Club Zabriskie Point: Zurich’s Schwulendisco im Keller der ETH

Club Zabriskie point, zweites Flugblatt/Flugi, erschienen im Mai/Juni 1971. Urheber: unbekannt. Besitzer: Schwulenarchiv Schweiz, Zürich. © unbekannt. ID: 0100b

Die Protestkultur der 68er führte auch in der Schweiz unter jungen Menschen zu einer Bewegung gegen gesellschaftliche Zwänge und für eine individuelle Lebensgestaltung. Dies unterstützte die Schwulen- und Lesbenbewegung. Mit den Christopher Street Day Demonstrationen in New York versammelten sich erstmals tausende, um friedlich für die Rechte von Homosexuellen zu demonstrieren.(1) Das organisierte, öffentliche und politische Vorgehen rückte die Schwulen- und Lesbenbewegung aus der Subkultur in die Öffentlichkeit. Mit dem Zabi und dem Frauenzentrum Zürich porträtieren wir zwei Organisationen, welche sich in dieser Zeit politisch und gesellschaftlich engagierten.

Michael Bernmann und Kommilitonen gründeten 1971 im Keller der ETH eine Disco für Schwule, die nach dem beliebten Hippie-Film “Zabriskie Point” kurz “Zabi genannt wurde.(2) Man wollte einen Treffpunkt für Gleichgesinnte schaffen und Aktionen planen, um ihre Lebenssituation zu verbessern. Der bis 2001 bestehende Club organisierte zu Beginn Vorführungen des deutschen Films «Nicht der Schwule ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt» von Rosa von Praunheim in mehreren Deutschschweizer Städten. Zeitschriften wie “Hey” und “Anderschume” und “Lesbenfront” wie das Dokudrama des Journalisten Alexander Ziegler “Die Konsequenz” (1977) trugen zur Sichtbarkeit und zum Verständnis der Lebensumstände in der Schweizer Bevölkerung bei.(3)

Aus dem Zabi ging später die “Homosexuelle Arbeitsgruppe Zürich" (HAZ) hervor,(4) eine Gesprächs- und Partyplattform (Polit- und Selbsterfahrungsgruppe). Sie wollte eine offene gesellschaftliche und politische Diskussion fördern und war modellhaft für weitere Arbeitsgruppen in der Deutschschweiz. Aus der HAZ ging auch die Homosexuelle Frauengruppe Zürich hervor. Einige schlossen sich später zur nationalen Dachorganisation HACH zusammen, aus der das Pink Cross hervorging.

Ein wichtiges Ziel dieser sogenannten zweiten Schwulenbewegung war die Abschaffung des Schwulenregisters, für die am Platzspitz demonstriert wurde.

 

Fun Fact: Wusstest Du, dass die Universität Zürich nebenan bereits 1867 Frauen zum Studium zuliess? Dies zog viele Frauenrechtlicherinnen aus anderen Ländern an, unter denen auch viele Lesben waren.

 

Quellen

[1] Schwulengeschichte.ch, https://schwulengeschichte.ch/epochen/6-aufbruch/christopher-street-day, zuletzt besucht 21.09.2023.

[2] Schwulengeschichte.ch, https://schwulengeschichte.ch/epochen/6-aufbruch/christopher-street-day/club-zabriskie-point

[3] Historisches Lexikon der Schweiz HLS,

https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/016560/2013-12-04/ , zuletzt besucht 17.10.2023.

[4] Hello Zurich, Alexander Bücheli, Kolumne, Das Nachtleben verdankt den Queers viel,

https://www.hellozurich.ch/de/aktuell/nachtleben-kolumne-queer.html, zuletzt besucht 17.10.2023.

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